Am 16. November fuhren die Vorsitzende der Hünfelder Krippenfreunde, Margit Vogt, sowie Laurentia und Winfried Schön mit einem vollbeladenen Kleinbus in Hünfelds Partnergemeinde Steinberg-Rothenkirchen im Vogtland. Im Gepäck hatten sie über 15 verschiedene Weihnachtskrippen mit den dazugehörigen Figuren und Ausstellungsmaterialien. Mit fleißigen Helfern, darunter auch Altbürgermeister Bernd Rossberg, der Vorsitzende des Dorfclubs Wolfgang Stölzel, und Helga Schlesiger, bauten die Hünfelder in knapp 3 Tagen eine Krippenausstellung auf, die sich sehen lassen konnte. Die Ausstellung fand im kurz zuvor neu eingerichteten Vereinshaus im alten Bahnhofsgebäude statt. Zur Eröffnung der Krippenausstellung am 1. Advent und zum Anschieben der Weihnachtspyramide waren Winfried und Laurentia Schön von den Hünfelder Krippenfreunden sowie eine Delegation des Partnerschaftsvereins Hünfeld mit Geschäftsführer Arnold Grolmus in die Vogtlandgemeinde gekommen.
Nachstehend veröffentlichen wir das Grußwort von Winfried Schön anlässlich der Ausstellungseröffnung am 28.11.2010 in Rothenkirchen im Vogtland:
Winfried Schön (links) als Vertreter der Hünfelder Krippenfreunde bei seiner Ansprache zur Eröffnung der Krippenausstellung in Steinberg-Rothenkirchen im Vogtland. Auch Steinbergs Bürgermeister Günther Pührer (2. von links) sowie der Vorsitzende des Dorfclubs, Wolfgang Stölzel (2. von rechts), waren während der Eröffnung anwesend.
" Zunächst muss ich die Vorsitzende der Hünfelder Krippenfreunde, Frau Margit Vogt, entschuldigen. Sie wäre heute sehr gerne hier, ist aber kurzfristig erkrankt. Ohne ihr fachliches Wissen und gestalterisches Können wäre sicherlich diese Ausstellung nicht möglich gewesen. Sie hat mich gebeten, ein Grußwort zu sprechen, zumal ich auch beim Aufbau dieser Ausstellung dabei war. Ich soll alle herzlich von ihr grüßen.
Der Verein Hünfelder Krippenfreunde hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Tradition der Krippenpflege mit dem Weihnachtsgeschehen zu erhalten und der Bevölkerung näher zu bringen. Dies zeigt sich auch darin, dass bei uns alle 2 Jahre eine Krippenausstellung mit wechselnden Schwerpunkten gezeigt wird. Bereits im Jahre 1991 entstand krippenmäßig der erste Kontakt zum Heimatverein Rothenkirchen. Damals stellten Sie bei unserer Ausstellung ihre erzgebirgische Holzkunst aus. Ein Gegenbesuch war deshalb schon lange geplant, aber aus zeitlichen Gründen und wegen unseres zweijährigen Ausstellungsrhythmus‘ bisher leider nicht möglich.
Auf Ihre Initiative hin und mit Unterstützung der Partnerschaftsvereine, der Stadt Hünfeld und der Gemeinde Steinberg sind wir Ihrem Ansinnen gerne nachgekommen und haben vor gut einer Woche unter Mithilfe von fleißigen Helfern wie Altbürgermeister Bernd Rossberg, der heute in Hünfeld weilt, Herrn Wolfgang Stölzel, Frau Helga Schlesiger und weiterer Personen, die ich namentlich nicht kenne, diese Ausstellung aufgebaut. Allen Beteiligten herzlichen Dank.
Wie ich anfangs schon sagte, liegt uns die Krippenpflege und das Weihnachtsgeschehen besonders am Herzen. Gerade in der hektischen Zeit vor Weihnachten wollen wir nicht nur an Geschenke und ein schönes Fest zu denken. Um Weihnachten zu verstehen, gehört mehr dazu. Wir wollen das Verständnis zu diesem Geschehen durch unsere Ausstellungen vertiefen, zur Besinnung aufrufen, und die geschichtliche Tatsache der Geburt Jesu und der Menschwerdung zum Ausdruck bringen. Die Krippen greifen eine Tradition auf, die im 11./ 12. Jahrhundert in Italien entstand. Der Hl. Franziskus, der die wohl erste Krippe mit lebenden Figuren dargestellt hat, wollte den Menschen ganz klar vor Augen halten, was es mit Weihnachten eigentlich auf sich hat. Das kleine Kind in der Krippe, wehrlos und arm, zeigt für den Hl. Franziskus etwas auf von einer Seite des Schöpfers, die wir vielleicht allzu oft übersehen. Gott macht sich klein, er wird ein Mensch wie wir, um zu zeigen, wie sehr er uns liebt. Dieses Geheimnis wollte der Hl. Franziskus darstellen, den Menschen seinerzeit wieder zeigen. Diese sinnbildliche Botschaft soll uns Christen ein Vermächtnis sein, es zu bewahren und besonders wir als Krippenfreunde wollen es alljährlich aufs Neue aufleben lassen.
Klaus Hemmerle hat einmal gesagt: Der Stern hat sich nicht geirrt, als er stehen blieb über dem Haus der kleinen Leute: Dort ist die große Zukunft geboren. Deshalb darf ich anschließend den Verantwortlichen Herrn Bürgermeister Günter Pührer, Herrn Wolfgang Stölzel, Dr. Hartmut Petermann und unserer Gastgeberin Helga Schlesiger einen kleinen gebastelten Stern überreichen. Gezeigt werden in der heutigen Ausstellung Krippen aus verschiedenen Regionen, aus der Rhön, Frankreich, Afrika, Mexico, ferner orientalische und alpenländische Krippen, sowie Papierkrippen. Die Figuren sind aus verschiedenen Materialien. Die Krippen sind aus Vereins- und privatem Besitz.
Ich wünsche der Ausstellung gutes Gelingen in der Hoffnung, dass sie von der Bevölkerung gut angenommen wird. Ihnen wünsche ich trotz der hektischen Tage vor Weihnachten eine besinnliche Adventszeit und ein gesegnetes Weihnachtsfest.
Vielen Dank!"
Die Ausstellung der Hünfelder Krippenfreunde fand im kurz zuvor neu eingerichteten Vereinshaus im alten Bahnhofsgebäude von Rothenkirchen statt.
Bürgermeister Günther Pührer mit weiteren Besuchern bei seinem Rundgang durch die Krippenausstellung.
Auf großes Interesse stieß die Ausstellung bei den Bürgern aus Rothenkirchen im Vogtland.
Winfried und Laurentia Schön vor der winterlichen Weihnachtspyramide in Rothenkirchen. Daneben Frau Grolmus aus Hünfeld, die mit dem Hünfelder Partnerschaftsverein zur gleichen Zeit die Partnergemeinde Steinberg-Rothenkirchen besuchte.
Hier ein weiteres Bild aus Rothenkirchen im Vogtland, das während des Aufenthalts der Hünfelder Krippenfreunde entstand. Links im Bild: Laurentia Schön, Vorstandsmitglied der Krippenfreunde.
Rückblick auf die Krippenausstellung 2009/2010
Von Samstag, dem 28. November 2009, bis Sonntag, 10. Januar 2010, fand die letzte Ausstellung der Hünfelder Krippenfreunde in der Alten Kirche des Hünfelder Stadtteils Sargenzell statt, eine Ausstellung, die ihre Besucher mit einer ungewöhnlichen Sonderausstellung überraschte.
Schon zur guten Tradition bei den Hünfelder Ausstellungen ist es geworden, das Schiff der Alten Kirche in Hünfeld-Sargenzell den einheimischen Krippen aus dem Rhöner Land sowie den Krippen aus aller Welt vorzubehalten.
Im Mittelpunkt stand die Sonderausstellung „Weihnachtskrippen aus Papier. Gemalte Kostbarkeiten alter und neuer Zeit“, die sich einer Sonderform der Krippe widmet, die man wegen ihrer preisgünstigen Beschaffung für die breitere Masse und platzsparenden Aufbewahrung lange Zeit etwas geringschätzig als „Arme-Leute-Krippe“ bezeichnet hat. Dabei haben sich sowohl volkstümliche Krippenmaler wie auch bekannte Krippenschnitzer, – letztere nach dem Krippenverbot ab Ende des 18. Jahrhunderts und dem daraus resultierenden Mangel an Aufträgen wohl mehr der Not gehorchend – sowie die Zunft der Kupferstecher intensiv mit der Papierkrippe beschäftigt. Schon im 17. Jahrhundert kamen als Neuheit zu den bereits bekannten geschnitzten, modellierten oder wachsbossierten Krippenfiguren solche aus Papier hiim Chorraum hinzu. Die wohlvertrauten Akteure des Weihnachtsgeschehens wurden zuerst gemalt, dann ausgeschnitten und in einer Landschaft szenisch angeordnet. Als sich im 19. Jahrhundert die Weihnachtskrippe immer mehr verbreitete, entstanden auch bei den Papierkrippen zahlreiche neue Variationen: auf Holz geklebte und mit der Laubsäge ausgeschnittene Papierfiguren, zu vielfigurigen Krippenlandschaften zusammengestellt; faltbare Kulissenkrippen (böse Zungen bezeichneten sie auch als „Faulenzerkrippen“); Theaterkrippen; Aufstellbilderbücher mit ausklappbarer Krippe; Luxuspapierkrippen, nicht zuletzt auch große Bretterkrippen, die ihren Platz in Kirchen hatten.
In den Kriegszeiten gingen viele dieser Stücke verloren, später galten sie als nicht mehr dem Zeitgeist entsprechend. Man war an ihrer Erhaltung nur noch wenig interessiert. Erst seit einigen Jahren wird ihnen wieder mehr Aufmerksamkeit zuteil. Man erkannte, dass es nicht zuletzt die Papierkrippe war, die einen wesentlichen Anteil an der Verbreitung der Weihnachtskrippe in Europa hatte.
Papierkrippen vermitteln uns einen Einblick in vergangene Zeiten. Die zwischenzeitlich kostbar gewordenen Papierkrippen schaffen eine ganz spezielle Weihnachtsatmosphäre, die dazu angetan ist, bei vielen Besuchern eigene, ganz persönliche Erinnerungen an ihre Kindheit zu wecken und so den Rundgang zu einer besonderen Reise in die Vergangenheit, aber auch in die Gegenwart werden zu lassen.
Vorsitzende Margit Vogt eröffnete die Krippenausstellung 2009/10 und begrüßt die Besucher.
Monika Lennartz gab viele Informationen zur historischen Entwicklung der Papierkrippen und deren Bedeutung im Rahmen der Krippentradition.
Die Besucher verfolgten aufmerksam die Erläuterungen zur Ausstellung und die Grußworte der erschienen Gäste, darunter auch...
der Hünfelder Bürgermeister Dr. Eberhard Fennel,
Pfarrer Alfons Gerhard,
die Kreisbeigeordnete Dr. Friederike Lang und
Sargenzells Ortsvorsteher Martin Krimmel.
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Hier ein kurzer Einblick in die Ausstellung:
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Papierkrippen bildeten den Schwerpunkt der Krippenausstellung 2009/10. Hier einige Exponate:
Auf der Empore der Alten Kirche zeigten Vereinsmitglieder einige ihre schönsten neugeschaffenen Krippen, beeindruckende Beispiele aktiven Vereinslebens. Eine Krippenwerkstatt mit Atelierdemonstrationen sowie ein vereinseigener Verkaufsstand, an dem der Krippenfreund manch Nützliches zur Krippe erwerben konnte, rundeten das große Spektrum der letzten Präsentation ab.
Zu den Ausstellern der Krippenausstellung 2009/2010 zählte auch die Künstlerin Helga Hauck aus Altenrüthen im Kreis Soest. Das Bild zeigt eine von ihr aus Ton gebrannte Krippe mit drei in byzantinische Wänder gehüllte Engeln.
Diese Krippe stammt von dem bekannten Holzbildhauer Dieter-Robert Frank aus Mils in der thüringischen Rhön. Auch er präsentierte wieder Exponate in unserer letzten Krippenausstellung.
Auch die folgende Krippe war in unserer Ausstellung zu sehen:
Die gezeigten Krippen in ihrer Verschiedenheit, mögen sie nun barock, zeitgenössisch oder progressiv-modern sein, sind Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zugleich und haben trotz ihrer differenzierten Gestaltung eine Gemeinsamkeit: Sie verkünden die Geburt unseres Herrn Jesus Christus. Weitere Krippen finden Sie in der Bildergalerie.